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| Ein Kleinod mitten im Allgäu |
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Die Adelegg ist einmaliger Naturraum mitten im Allgäu. Ein Waldberg, der erst spät besiedelt wurde. Auch die Kulturgeschichte dieser Landschaft ist einmalig: Die Adelegg war das Zentrum der Allgäuer Glasmacherei, die zwischen 1600 und 1900 hier blühte, heute aber fast vergessen ist. Die Geschichte von Wald und Bauern in dieser zerklüfteten Landschaft ist ebenfalls außergewöhnlich. Bis heute stellen die Bergweiden der Adelegg, vom Herrenberg über Schletter Alpe und Wenger Egg bis zum Wolfsberg im Ulmertal ökologische Kleinode mit einer eigenen Flora und Fauna dar.
Viele Bergweiden aber hat längst der Wald geschluckt.
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Um 1900 wurde die Adelegg von Stuttgarter Skifahrern entdeckt, Großholzleute und Eisenbach wurden zu frühen Zentren des weißen Sports. Auch dies eine heute fast vergessene Episode. Schletter Alpe und Schwarzer Grat waren aber auch schon früh beliebte Ziele für Wandervögel und Sommerfrischler. Viele Alpen der Adelegg sind leider verschwunden oder zerstört worden. Die Alpe Wenger Egg freilich hat den alten Charme bewahrt und lockt noch heute Tausende Besucher. Der nahe Schwarze Grat bietet als höchster Berg Württembergs einen einmaligen Ausblick.
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Die Adelegg ist ein alpiner Ausläufer der Nagelfluhkette und ein Grenzmassiv zwischen dem württembergischen und dem bayerischen Allgäu. Das Waldgebirge wird zerschnitten und gegliedert von der Kürnach und dem Grenzflüsschen Eschach, zwei voralpinen Wildbächen. Der Blick auf die topographische Karte demonstriert schnell die Eigenart dieser waldreichen Landschaft. Wie ein Hufeisen liegt die Adelegg quer im Allgäu. Sie öffnet sich nur bei Winterstetten in einer schmalen Mündung. Die Bergkette zieht sich von Ellmeney bei Friesenhofen über die württembergische Adelegg zum Schwarzen Grat und zum Wenger Egg. Auf bayerischer Seite weiter zum Eschacher Weiher und hinüber zum Blender. Von dort zurück zum alten Wallfahrtsort Gschnaidt und zum Walkenberg.
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Im Herzen der Adelegg, rundum von Wald und Berg eingeschlossen, liegt das grenzüberschreitende Dorf Kreuzthal-Eisenbach. Ehedem ein Zentrum der Glasmacherei, bis 1972 selbstständige Gemeinde, bekannt als "Schneeloch", aber auch als "sterbendes Dorf", behauptet sich Kreuzthal bis heute als attraktiver Wohnort. Heute ist aber die Infrastruktur bedroht, eine neue Perspektive für Landschaft und Dorf ist dringend notwendig.
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Die späte Besiedlung, der Niedergang der Glasmacherei (1898), die Grenzlage, die frühe, oft erzwungene Abwanderung der Bergbauern, die Aufgabe der meisten Alpen und die radikale Aufforstung selbst dorfnaher Hänge bis in die 60er Jahre haben die Adelegg verdüstert und Kreuzthal ins Abseits gedrängt. Der einst blühende Fremdenverkehr ist heute nur noch Erinnerung.
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Und dennoch: Wer die Adelegg einmal erlebt hat, den lässt sie so schnell nicht mehr los.
Landschaft und Wald bieten ein großes Potential. Und die Geschichte der Glasmacherei lässt sich wieder beleben,
wie das "Projekt Schmidsfelden" mit dem Glasmuseum im alten Glasweiler und die Einweihung des
Themenwegs "auf den Spuren der Glasmacher" demonstrieren.
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