| Ökologie |
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| Die Adelegg ist einzigartig |
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Der Biologe Gerold Wein hat um 1990 die Ökologie der Adelegg
und vor allem ihre ungewöhnliche Flora und Fauna intensiv erforscht. Das Fazit
seiner Studie ist eindeutig: Die Adelegg ist ein einzigartiger Naturraum und
ausgesprochen schützenswert.
Wein hat sein Augenmerk auf den württembergischen Höhenrücken gelegt, bis hin zur
Flue und der Alpe Wenger auf der bayerischen Seite. Seine Ergebnisse gelten aber sicher
auch für die restliche bayerische Region des Adelegg-Berglands.
Die Adelegg ist ein Waldberg und ein Mittelgebirge mit unmittelbarem Anschluss
zu den Alpen. Daher sind hier eine Vielzahl hochmontaner und subalpiner Pflanzen zu
finden. Viele von ihnen sind für Baden-Württemberg absolut einzigartig, manche kommen
auch noch im Schwarzwald vor. Dieser Befund gilt auch für größere Tiere:
Für die Kolkraben etwa, für die seltenen Gemsen und das noch häufige Rotwild der
Adelegg.
Das Landschaftsbild und die Flora und Fauna werden geprägt "durch den
vielgestaltigen Wechsel von Berg- und Hangweiden mit Magerrasen und Feuchtbiotopen
sowie den ausgedehnten Wäldern." Absolute Kleinode sind in den Waldgebieten die
zahllosen Tobel mit ihrer besonderen (Schlucht-) Vegetation. Und mit den Resten
hochmontaner Buchen-Tannen-Wälder, die einst das Bild der Adelegg prägten und
auf dem Westhang der Adelegg heute noch im Winter gut zu erkennen sind.
Die Artenfülle der Adelegg ist beeindruckend: Gerold Wein hat
500 Arten von
Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. Dazu gesellen sich 64 verschiedene
Brutvögel und beispielsweise allein 18 Heuschreckenarten, darunter etliche
Gebirgsarten. Die Adelegg ist aber auch ein Paradies für die so bedrohten
Schmetterlinge: Über 200 Arten sind nachgewiesen! Sie können aber nur weiterhin
über die rauen Höhen flattern, wenn die Bergweiden mit ihren seltenen Blumen
erhalten bleiben. Der weitere Rückzug der Landwirtschaft ist hier für die Natur
tödlich.
Besonders schlimm ist die "Verinselung" der Bergweiden. Die Aufforstung hat
die Weiden von einander getrennt und arg verkleinert. Daher ist aus ökologischer
Sicht keinerlei weitere Aufforstung erlaubt. Die alten Tobel- und Mischwälder
müssen erhalten bleiben, die jungen Monokulturen aus Fichten aber, sie sollten
am besten wieder verschwinden, der dunkle Forst sollte wieder licht werden,
die Biotope würden aufblühen...
Für die Ökologie sind aber auch die zahllosen Bäche bedeutsam, die zu Kürnach
und Eschach hin fließen. Leider fehlt es noch an Forschungen zur Ökologie dieser
Bäche, einzigartig sind aber auch sie in ihren Betten aus Nagelfluh. Und legendär
war einst ihr Reichtum an Forellen, wovon heute nicht mehr viel zu sehen ist.
Die Kenner streiten: War es die Wildbachverbauung in den 60er Jahren, die den
Fischen viele Nischen genommen hat? Oder sind es die Fischreiher, die inzwischen
hier räubern und nicht gejagt werden dürfen? In jedem Fall bietet die Adelegg
noch ein weites Feld für Biologen.
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